KREIS GIESSEN (ty) – Baugenehmigung für das Gefahrenabwehrzentrum und die Zusage von Ministerpräsident Volker Bouffier, dass die Wartezeiten für Führungskräftelehrgänge bei den Feuerwehren abgebaut werden sollten, erfreuten die 1.000 Teilnehmer des ersten alternativen Kreisfeuerwehrtag im Rahmen des Inheidener Seefestes. Der 71. Kreisfeuerwehrtag wurde dort am Sonntag als sogenannter alternativer Kreisfeuerwehrtag gefeiert. „Alternativ bedeutet keine Kundgebung, kein Umzug, keine Uniform, viel Spaß mit den Original Biebertaler Musikanten. Er ist, wie das Wort schon sagt, eine gelungene Alternative”, versicherte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverband Gießen, Michael Klier (Staufenberg) und dankte ganz besonders dem Vorsitzenden der Seefestgemeinschaft Michael Hofmann sowie auch Katja und Uwe Keller als Ausrichter des alternativen Feuerwehrtages.

Der Kreisfeuerwehrtag fand im offenen Zelt mit Einsatzkräften sowie auch Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilungen statt. Für diese neue Form gab es viel Lob. Und einmal mehr brachte es Ministerpräsident Volker Bouffier auf den Punkt, lobte die Verantwortlichen für diese „gelungene Geschichte ohne Uniform und Schlips” diesen „Tag der Feuerwehr” zu feiern. „Ich weiß nicht, der wievielte Kreisfeuerwehrtag das ist, den ich besuche, aber so einen hatten wir noch nie”, verriet Bouffier und betonte dabei, dass ein solcher Feuerwehrtag sein müsse.

Auch Landrätin Anita Schneider sprach von einem „ganz wichtigen Tag. Zeigt der Kreisfeuerwehrtag immer wieder die Stärke der Feuerwehren im Landkreis, das Miteinander und Kameradschaft, die so wichtig ist im Einsatz”. Überhaupt werde hierdurch ein deutliches Zeichen gesetzt. Zudem hatte Schneider auch „eine frohe Botschaft” mitgebracht, liege doch die Baugenehmigung für das Gefahrenabwehrzentrum vor. „Wir können jetzt starten mit dem Gefahrenabwehrzentrum”, so Schneider mit einem Dank an Bouffier, der im vergangenen Jahr zu diesem Tag einen Scheck übergeben hatte „der uns hilft dieses Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu führen”. Wohl im Frühjahr nächsten Jahres wird dann der erste Spatenstich erfolgen. „Das hier ist ein Wir-Fest, ein Tag an dem wir die Feuerwehren in den Mittelpunkt stellen”, betonte Bouffier und versprach den 1.000 Zuhörern, dass sich etwas bei den Führungskräftelehrgängen ändern werde. Die Wartezeit für diese dauere einfach zu lange. Klare Worte hatte der Landesvater auch zu Vorkommnissen, bei denen Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste bei Einsätzen bespuckt und geschlagen werden. „Das geht nicht! Das ist ein Angriff auf uns alle. Das darf man nicht abhaken. Da ist eine Entwicklung im Gange, der wir mit aller Kraft entgegentreten müssen”. Umso wichtiger sei dieser Kreisfeuerwehrtag, an dem die Funktion die Feuerwehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gestellt werde. „Viele nehmen es als normal an. Das ist es aber nicht. Wir wollen unseren Dank ausdrücken und Respekt bekunden”. Abschließend ging auch Bouffier auf das anstehende Gefahrenabwehrzentrum ein, mit dem die Qualität der Ausbildung verbessert werde. Feuerwehfremde forderte er dazu auf „nicht nur vorbeikommen, sondern dabei bleiben. Wenn das gelingt, ist es mir um die Zukunft nicht bange”, schloss Bouffier seine Ausführungen und überreichte mit jeweils 500 Euro gefüllte Umschläge an den Kreisfeuerwehrverband Gießen, Seefestgemeinschaft Inheiden und die Freiwillige Feuerwehr Inheiden.

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