Kreis Gießen (red) – Die Geburt eines Kindes bedeutet einen neuen Lebensabschnitt, neue Fragen, neue Herausforderungen. Familien dabei begleiten, Hilfen und Ansprechpartner vermitteln, das ist das Ziel des Projekts „Hallo Welt”. Allein 251 Mal hat das ehrenamtliche Team im vorigen Jahr Familien mit Neugeborenen Willkommensbesuche abgestattet.
„Wer sich in einer völlig neuen Situation befindet, ist froh, wenn er Hilfe hat und Ratgeber an seiner Seite weiß”, sagt Hans-Peter Stock, Jugenddezernent des Landkreises Gießen. Er spricht den ehrenamtlichen Botschafterinnen und Botschaftern von „Hallo Welt” ein Dankeschön für ihren Einsatz aus. „Mit Ihren Angeboten sind Sie ausnahmslos für alle Familien mit Neugeborenen da.”
Gerda Weigel-Greilich, Jugenddezernentin der Stadt Gießen, würdigt ebenfalls das ehrenamtliche Engagement des Teams: „Ohne Sie alle wäre das Projekt nicht möglich”, sagte sie während des Neujahrsempfangs von „Hallo Welt” in der Kreisverwaltung am Riversplatz. Die Botschafterinnen und Botschafter leisteten eine wichtige präventive Arbeit für Kinder und Familien in Stadt und Landkreis Gießen. Claudia Warnat, Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises, hatte zuvor die Ehrenamtlichen begrüßt und ebenfalls für deren Arbeit gedankt.

700 Gespräche

Die derzeit insgesamt 55 Ehrenamtlichen besuchen Familien mit Säuglingen, verteilen die „Hallo-Welt”-Familien-Begleitbücher, in denen Informationen und Anlaufstellen aufgeführt sind, und begleiten bei Bedarf Familien auch über einen längeren Zeitraum. So gibt es nicht nur Besuche nach der Geburt eines Kindes, sondern auf Wunsch auch nach dessen erstem Geburtstag. Alle 18 Kommunen des Landkreises Gießen sind an dem Projekt beteiligt. Sie stellen im Familien-Begleitbuch ihre Unterstützungsangebote für Familien vor. Die zusammengetragenen Informationen sind auf diese Weise auf die Region zugeschnitten, die Inhalte zusammen mit Hebammen, Ärzten, dem Gesundheitsamt, Trägern der Jugendhilfe und Vereinen gemeinsam erarbeitet worden.
Die Koordinationsstelle „Hallo Welt – Familien begleiten” ist seit mittlerweile neun Jahren beim Gießener Verein „Eltern helfen Eltern” angesiedelt und wird über die Jugendämter des Landkreises Gießen und der Stadt Gießen finanziert. Bekanntheit und Resonanz steigen stetig. In den drei Geburtskliniken des Landkreises gibt es mittlerweile „Hallo-Welt-Points”: Allein dort fanden im vergangenen Jahr rund 700 Gespräche mit Eltern von Neugeborenen statt.
877 Personen nahmen 2018 am „Hallo-Welt-Familiencafé” teil, das Raum zum Gespräch gibt und Grundlage für eine weitere Betreuung von Familien ist. Noch findet es in den Räumen von „Eltern helfen Eltern” in der Rooseveltstraße statt, vorgesehen sind aber auch Cafés in den Kommunen. Konkrete Pläne gibt es bereits in Buseck und Lollar.

Familien begleiten

Die Idee für ein Familienbegleitbuch mit regional zugeschnittenen Informationen, das allen Familien mit einer persönlichen Ansprache überreicht wird, entstand bereits 2007. Kinderarzt Dr. Frank Wagner entwickelte gemeinsam mit den Jugendämtern von Stadt und Landkreis Gießen die Idee zum Projekt „Hallo Welt”. Unterstützung gibt es von der Bürgerstiftung Mittelhessen. 2008 wurde die Partnerstiftung „Hallo Welt” gegründet. 2009 starteten die ersten Besuche bei Familien mit Neugeborenen. Das Familienbegleitbuch, regelmäßig aktualisiert und über Spenden finanziert, steht mittlerweile in der dritten Auflage mit 2500 Exemplaren zur Verfügung.

Am 9. März beginnt ein weiterer Kurs für ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter. Noch sind wenige Plätze frei. Informationen gibt es bei Dr. Susanne Gastmann und Elvira Stratford von der Koordinationsstelle „Hallo Welt”, Telefon 0641 38650, E-Mail: hallo-welt@ehe-giessen.de

Foto:   Dankeschön für das ehrenamtliche Team von „Hallo Welt”: einige der Botschafterinnen des Projekts wurden in der Kreisverwaltung am Riversplatz von Claudia Warnat (r.) Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe des Kreises, und Gerda Weigel-Greilich (5. v. l.), Jugenddezernentin der Stadt Gießen, begrüßt.        Foto: LK Gießen