Angst ums Erbe? Was kann ich tun?

 

Gießen (red) – Ist mein Erbe noch sicher und kann ich Streit unter den Erben verhindern?
Streitigkeiten nach dem Tod des Erblassers sorgen oft für erbitterte Auseinandersetzungen. Wenn der Nachlass nicht rechtzeitig geregelt wurde, kann es böse Überraschungen geben. Denn auch das Finanzamt hält gerne die Hand auf. Kluge Erbschaftsplanung hingegen sichert das Vermögen für nachfolgende Generationen und bewahrt es vor dem Zugriff des Staates.

Für die professionelle Gestaltung eines Erbfalls braucht es nicht nur einen kühlen Kopf und die Bereitschaft, sich mit dem Thema tabulos auseinanderzusetzen, sondern vor allem handfeste Informationen. Was jeder persönlich tun kann, um seinen letzten Willen umzusetzen, und wie man sich als Erbe verhalten sollte, darüber informierte Rechtsanwalt Alexander Helduser (Fachanwalt für Erbrecht und Notar) anlässlich unserer Leser-Telefonaktion.

Hier ein Beispiel:

Frage: „Ich habe mit meiner Ehefrau ein gemeinschaftliches Testament gemacht, meine Ehefrau ist nun verstorben. In unserem notariellen Testament ist ausgeführt, dass jeder der beiden Ehegatten von etwaigen Verfügungsbeschränkungen befreit ist. Heißt dies, dass ich jetzt frei verfügen und neu testieren kann?”

Antwort von Rechtsanwalt Alexander Helduser: „Das ist nicht so. Es ist zwar zulässig, im gemeinschaftlichen Testament die Widerrufbarkeit wechselbezüglicher Verfügungen zu erweitern und dem Überlebenden ein freies Widerrufsrecht einzuräumen, dieser Vorbehalt muss aber eindeutig sein und sich eindeutig auf die Befugnis zur abweichenden Verfügung von Todes wegen beziehen. Da dies hier nicht der Fall ist, sondern Sie in Ihrem Testament wohl nur regeln wollten, dass der überlebende Ehegatte keinen Verfügungsbeschränkungen unterliegt, können Sie zwar jetzt mit „warmer Hand” zum Beispiel Dinge verteilen oder weggeben, Sie können aber das Testament nicht ändern.”

 

Wir bedanken uns bei dem hier abgebildeten Teilnehmer für die finanzielle Unterstützung dieser Informationsveranstaltung.

 

 

Rechtsanwalt Helduser.    Foto: privat

 

 

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