Bauverträge immer prüfen

 

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Gießen (den/pm). Wir bedanken uns bei den hier abgebildeten Teilnehmern für die finanzielle Unterstützung dieser Informationsveranstaltung. Ärger am Bau, Finanzierungslücken, – wer sich ein Eigenheim erstellt, trifft oft auf unerwartete Schwierigkeiten. Fragen im Zusammenhang mit Baurecht beantwortete anlässlich unserer Leser-Telefonaktion die Rechtsanwältin Natalie Krampetz. Hier ein Beispiel:
Ein Eigenheimbesitzer hat festgestellt, dass die Fenster im neu errichteten Eigenheim undicht sind. Was ist zu tun? Antwort: „Zunächst muss wegen etwaiger Verjährungsgesichtspunkte geklärt werden, seit wann das Haus bzw. die Fenster errichtet wurden. Maßgeblich ist dabei, welcher Vertrag (Werkvertrag oder VOB/B-Vertrag) dem Ganzen zu Grunde liegt. Bei Bauherren ist oftmals der Unterschied zwischen den einzelnen Vertragsgestaltungen nicht klar, was sich allerdings auf die Aufforderung zur Mängelbeseitigung entscheidend auswirken kann. Daher sollte bereits bei Vertragsschluss fachlicher Rat eingeholt werden, um sowohl alle eigenen Rechte und Pflichten sowie diejenigen des Vertragspartners im Überblick zu behalten und Fehler und Nachteile bei der Geltendmachung eigener Rechte zu vermeiden.
Weiterhein muss berücksichtigt werden, ob noch andere Personen haftbar gemacht werden können, z. B. Architekt, etc. Neben der Einholung eines privaten Gutachtens, das die Mangelursachen und Kosten der Mangelbeseitigung feststellt, ist oftmals die Einleitung eines sog. selbständigen Beweisverfahrens ratsam. Bei diesem stellt ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger die Mängel fest, das Ergebnis bindet – im Gegensatz zu dem Privatgutachten – den Gegner prozessualrechtlich.
Sollte man sich trotz anwaltlicher Hilfe nicht außergerichtlich einigen können, so muss der Schaden eingeklagt werden. Daher ist es mehr als sinnvoll, vor dem eigentlichen Bauvorhaben die vorliegenden Verträge zu prüfen und ggf. zu ändern.“

(Foto: privat)

KONTAKT:

Natalie Krampetz
Rechtsanwältin
Dr. Hahn, Fritz, Bechtler und Partner
Europastraße 3
35394 Gießen
Tel.: 0641-94886750
Fax: 0641-94886733
Internet: www.hfbp.de

 

 

 

 

 

 

 

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