Dem Leben anvertrauen

 

MAZGI_Auszeit_Andrea Thomanek

Wann haben Sie zuletzt einen Sonnenauf- oder untergang beobachtet?

Im Urlaub konnte ich das einige Male erleben und genießen. Wie ein leuchtend roter Feuerball tauchte am Abend die Sonne ins Meer und ließ der Dunkelheit der Nacht ihren Raum. Schläfrigkeit und Stille füllten ihn aus.

Am anderen Morgen konnte ich es kaum erwarten, bis die Sonne wieder am Horizont heraufzog, die Dunkelheit verbannte und uns den neuen Tag brachte. Einen Tag voller Licht, Wärme und Leben. Wie viel Kraft und Freude kann ich daraus schöpfen!

Zurück im Alltag begegnen wir dann zu Beginn des Monats November den Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen. Tage, die den Tod in den Blick nehmen und an alle verstorbenen Heiligen und die Menschen erinnern, die nicht mehr bei uns sind: Gestorben – tot und begraben!
Tief traurig stehen wir mit schweren Herzen an den Gräbern unserer Lieben und vermissen sie so sehr. …
Und dennoch – trotz des großen Schmerzes ist da noch etwas in unseren Herzen, ein Hoffnungsfunke, der an das Leben glaubt und daran festhält. Wir entzünden Lichter, bringen blühende Blumen zum Grab und geben so dieser Hoffnung ein Gesicht.
Alle sollen sehen, unsere Verstorbenen sind nicht verloren.
Die Lichter und Blumen auf den Gräbern erzählen vom Leben, von Gottes Macht über den Tod und seiner treuen Liebe zu uns Menschen.

Trauen wir dieser Hoffnung: So wie nach jeder dunklen Nacht die Sonne uns einen neuen Morgen schenkt, so treten wir ein durch das einsame Dunkel des Todes in das Licht des Lebens.

Gott sei Dank!

Ihre Andrea Thomanek,
Gemeindereferentin in der Seelsorgeeinheit Bauerbach

 

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