Gesund und erfrischend baden gehen

 

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Mittelhessen (red) – Sommerzeit ist Badezeit: An heißen Tagen sehnen sich die meisten nach einer Abkühlung im Freibad oder am See – oder noch besser – im Urlaub am Meer. Das ist zumeist Erfrischung pur und bei entsprechender Bewegung im Wasser zudem auch noch überaus gesund. Denn: „Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten weit und breit“, weiß Dr. med. Torsten Leonhard von der Krankenkasse KNAPPSCHAFT.

„Sich im Wasser zu fortzubewegen, hält in vielerlei Hinsicht fit“, betont der Gesundheitsexperte der KNAPPSCHAFT. Im nassen Element ist der Mensch um ein vielfaches leichter. Dr. Leonhard: „Der Körper schwebt förmlich. So wird die Wirbelsäule entlastet.“ Davon profitieren auch jene, denen ein ambitioniertes Bewegungsprogramm schwerer fällt. „Wer unter Arthrose oder Rückenschmerzen leidet, kann im Wasser leichter und bedenkenloser Sport treiben“, ergänzt der Mediziner. Das gilt auch für Menschen mit Übergewicht.

Gleichzeitig fördert Schwimmen den Aufbau der Muskulatur. „Die Armbewegungen lösen Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, stärken die Rückenmuskulatur und beugen Haltungsschäden vor“, berichtet der Gesundheitsexperte. Der Wasserdruck wirke sogar wie eine Massage und könne dadurch auch Kopfschmerzen lindern.

Trotz aller Gesundheitsaspekte ist die Zahl der Schwimmer in Deutschland hingegen auf dem Rückzug. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft, DLRG, kann mittlerweile mehr als jedes zweite Kind im Grundschulalter nicht richtig schwimmen. Ein Problem: an den Schulen fällt Schwimmunterricht zunehmend aus, auch weil Schwimmbäder geschlossen haben und die verbliebenen dann oft schlecht zu erreichen sind.

„Idealerweise sollten Kinder im Grundschulalter einen Schwimmkurs belegen“, sagt Dr. Leonhard und rät Eltern, Nichtschwimmer in Bädern oder Seen auch im Beckenrand- oder Ufernähe nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Schwimmflügel oder Reifen böten Kindern im Wasser eine trügerische Sicherheit.

In der letzten Badesaison registrierte die DLRG mit 537 Toten so viele Ertrunkene wie seit zehn Jahren nicht. Drei Viertel aller Opfer kamen in unbewachten Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ums Leben.

Fünf Tipps zum sicheren Baden
1. Kräfte oder Schwimmfähigkeit nicht überschätzen. Kinder, die eine Seepferdchenprüfung abgelegt haben, vermögen kaum mehr als zu paddeln und sich eine Zeit lang über Wasser zu halten.

2. An heißen Tagen nicht ohne vorherige Abkühlung ins Wasser stürzen. Beim Eintauchen ins kühle Nass drohen Kreislaufversagen und Herzrhythmusstörungen. Vor allem ältere Menschen sind hier gefährdet.

3. Nicht in unbekannte Gewässer springen. Die Wassertiefe ist nicht zu erkennen. In Flüssen und an der Küste treten mitunter gefährliche Strömungen auf.

4. Wasser im Ohr lässt sich oft durch Schütteln oder Hüpfen entfernen. Auch Unterdruck kann helfen, indem man die flache Hand ans Ohr presst und wieder loslässt. Keinesfalls zu Wattestäbchen greifen. Damit drückt man den Ohrenschmalz und Bakterien tiefer in den Gehörgang und gefährdet auch das Trommelfell.

5. Nicht mit vollen Magen schwimmen gehen. Dieser stört den Atmungs- und Bewegungsrhythmus und vermag Seitenstechen auszulösen. Nach einem größeren Essen sollte man cirka zwei Stunden warten.

 

Mit Wonne in der Sonne.   Foto: Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de

 

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