Inkontinenz in den Wechseljahren

 

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Mittelhessen (red) – Die Blase drückt, die Toilette ist nah, aber nein … wieder sind ein paar Tropfen zu früh abgegangen. Harninkontinenz ist ein Tabuthema – wer seine Blase nicht kontrollieren kann, schweigt lieber. Häufig betrifft die Blasenschwäche Frauen in den Wechseljahren. Studienergebnisse weisen darauf hin, dass mehr als 50 Prozent von ihnen an Harninkontinenz leiden. In manchen Fällen resultiert diese jedoch aus einer Harnwegsinfektion. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung, IPF, weist darauf hin: Urintests gehören zur Abklärung, welche Ursachen hinter ungewolltem Urinabgang stecken.

Bakterien kommen schnell ans Ziel
In den Wechseljahren sind Frauen anfälliger für Harnwegsinfekte, einem Risikofaktor für Inkontinenz. Der Grund: Der Östrogenspiegel sinkt ab, das Scheidenmilieu ist nicht mehr so gut geschützt und Erreger dringen leichter ein. Auf dem nur drei bis vier Zentimeter langen Weg in die Harnblase erreichen die Bakterien schnell ihr Ziel. Nicht immer leiden die Betroffenen an Schmerzen, verspüren dennoch häufigen Harndrang und das Gefühl, es nicht mehr zur Toilette zu schaffen. Diese Symptome können auch bei einer sogenannten Dranginkontinenz auftreten.

Urintests klären Verdacht ab
Betroffene sollten bei entsprechenden Beschwerden eine Infektion mittels Urintest abklären lassen. Er schafft Klarheit, ob Harninkontinenz oder eine Blasenentzündung die Ursache sind. Auch Behandlungsleitlinien empfehlen im Zuge der Harninkontinenz-Diagnose einen Urintest. Bestätigt sich der Verdacht einer Infektion, bekämpfen Antibiotika die Erreger. Klingt die Infektion ab, verschwinden auch die Symptome. Auch eine Dranginkontinenz lässt sich in der Regel gut mit Medikamenten behandeln. Wichtig dabei: Der Arzt sollte die Blase regelmäßig auf Restharn untersuchen. Dessen Menge in der Blase kann durch die Medikamente steigen – und das erhöht wiederum das Risiko für Blasenentzündungen.

 

Kein Grund zur Scham.   Foto: Jerzy_pixelio.de

 

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