Krebs: Früherkennungsangebote nutzen

 

Tropf im Krankenhaus

Mittelhessen (red) – In Deutschland erkranken heutzutage fast doppelt so viele Menschen wie noch in den 1970er Jahren an Krebs. Experten erklären diese Zunahme unter anderem mit dem steigenden Alter der Bevölkerung – je mehr Lebensjahre, desto größer das Krebsrisiko. Experten des Robert Koch-Instituts, RKI, weisen darauf hin: Früh erkannt sind viele Krebserkrankungen mit sehr guten Überlebensaussichten verbunden. Zum Brustkrebsmonat Oktober ermutigt das IPF alle Versicherten, die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen der Krankenkassen zu nutzen.

Bekannt, aber zu wenig genutzt
Zwar kennen Studien zufolge über 80 Prozent der Menschen in Deutschland die Angebote der Krankenkassen zur Krebsfrüherkennung. Aber nur 67 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und nur 40 Prozent der anspruchsberechtigten Männer nutzen die Untersuchungen regelmäßig. Fatal, denn einige Krebsarten wie Darmkrebs, Gebärmutterhals- und Hautkrebs können im Frühstadium sehr häufig noch geheilt werden. Bei bestimmten Krebsarten spielt zudem die Bestimmung von Tumormarkern (bestimmten Stoffen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten) gleich beim ersten Krankheitsverdacht eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums, DKFZ, gilt das etwa für Darmkrebs, Hodenkrebs und Leberkrebs.

Labortests für differenzierte Diagnose und effektive Therapie
Krebs ist nicht gleich Krebs. Zum Beispiel Brustkrebs: Bei Krankheitsverdacht testen Mediziner eine Gewebeprobe im Labor auf bestimmte Rezeptoren, zum Beispiel für den Wachstumsfaktor HER2 und das Hormon Östrogen. Zeigt die Gewebeprobe, dass der Tumor über viele HER2-Rezeptoren verfügt, sprechen diese Patientinnen voraussichtlich gut auf eine Antikörpertherapie an. Stellen sie besonders viele Östrogen-Rezeptoren fest, empfiehlt sich eine Anti-Hormon-Therapie. Auch bei der Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen spielen Labortests eine wichtige Rolle. Tumormarker können bei erhöhter Konzentration auf einen Rückfall hindeuten. Anhand der Werte lässt sich der Behandlungserfolg kontrollieren.

Weitere Informationen zu Krebsfrüherkennung und zum Einsatz von Tumormarkern enthält das IPF-Faltblatt „Tumore“. Es kann kostenlos unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden. Wer keinen Internetanschluss hat, kann es auch schriftlich bestellen beim IPF-Versandservice, Postfach 27 58, 63563 Gelnhausen. Dabei unbedingt den Titel des IPF-Faltblatts angeben, Namen und vollständige Adresse.

 

So weit muss es nicht kommen.   Foto: NicoLeHe/pixelio.de

 

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