Landkreis warnt künftig auch auf Facebook

 

Kreis Gießen (red) – Der Landkreis Gießen warnt die Bevölkerung zukünftig auch auf Facebook. „Im Jahr 2017 müssen wir die Bürgerinnen und Bürger gerade bei so wichtigen Themen wie Katastrophenschutz über alle uns zur Verfügung stehenden Medien erreichen. Da spielt neben der Internetseite des Landkreises und der Warn-App KATWARN auch Facebook eine große Rolle”, erklärt die für den Katastrophenschutz zuständige Landrätin Anita Schneider das Projekt. Auf der Facebookseite „Katastrophenschutz Landkreis Gießen” werden in Zukunft dringliche Warnungen und Informationen zu laufenden Großeinsätzen kommuniziert. Und zwar direkt aus der Einsatzleitung.

„Konkreter und schneller geht es nicht”, sagt Anita Schneider. Zusätzlich soll es auch über Präventionsthemen berichtet werden.

Für den Facebookauftritt des Katastrophenschutzes hat der Landkreis mit externer Unterstützung ein älteres Projekt „recycelt”, berichtet Kreisbrandinspektor Mario Binsch: „Anlässlich des Einsatzes des Katastrophenschutzes des Landkreises Gießen beim Elbehochwasser im Jahre 2013 haben wir aus dem Einsatz berichtet und hatten innerhalb von vier Tagen mehr als 2000 Follower auf der damaligen Facebookseite. Das haben wir uns nun zunutze gemacht.” Die alten Inhalte seien sehr bewusst noch Teil des Auftritts, die nun getroffenen Maßnahmen sind konzeptionell und vorbereitend.

So gibt es eine konkrete Strategie für den Alarmfall, wer was wie umsetzt. Außerdem ist eine klare Bildsprache und einfache Symbolik zu den Ereignissen vorgesehen: rot, wenn es gefährlich wird, grün, wenn wieder alles in Ordnung ist. Ziel ist eine klare und auffällige Kommunikation, die schnell und unmissverständlich zu erfassen ist. Binsch empfiehlt den Bürgern, die Katastrophenschutz-App KATWARN auf das Handy zu laden um im Ereignisfall „geweckt” zu werden und sich dann auf Facebook oder der Internetseite des Landkreis Gießen (www.lkgi.de) weiter zu informieren. Hierfür mache es Sinn, so Binsch weiter, die Facebookseite des Katastrophenschutzes zu abonnieren.

Strukturell verantwortlich für die Warnung der Bevölkerung und die Medienbetreuung im „Ereignisfall” ist Martin Lutz. Für ihn geht es bei dem Facebookauftritt um weitaus mehr, als nur präsent zu sein: „Als zuständige Behörde wollen wir auch dort Bürgerinnen und Bürgern aus erster Hand zu informieren. Wir verstehen uns hier als relevante und ernstzunehmende Quelle: Fakten statt Hörensagen.” Hinter dem Facebookauftritt steht ein ehrenamtliches Team von so genannten „BuMa”, also Fachberatern Bevölkerungsinformation und Medienarbeit. Dieses Team ist für den Landkreis durchaus ein Glücksfall, wie Landrätin Schneider weiß: „Hier haben sich sechs Ehrenamtliche zwischen 21 und 45 Jahren gefunden, die nicht nur Feuerwehrleute sind, sondern überwiegend eine kommunikative Expertise aus ihrer beruflichen Tätigkeit mitbringen. Da steht fundiertes Engagement dahinter.”

Warum das dem Landkreis so wichtig ist, erklärt Lutz: „Die Kommunikation mit der Bevölkerung in denkbaren Extremsituationen unterliegt ganz spezieller Regeln. Die Botschaften müssen dann auch bei Menschen durchdringen, die gerade unter erheblichem Stress stehen. Genau das kann diese Gruppe.” Für Kreisbrandinspektor Binsch ein ausschlaggebendes Argument „Unsere Aufgabe ist es, im Ereignisfall die Menschen in unserem Landkreis zu schützen. Und dazu gehört heute mehr denn je eine funktionierende Kommunikation. Das ist integraler Bestandteil bei solchen Einsätzen und kann nicht von ‚irgendwem‘ ‚irgendwie‘ erledigt werden”.

Im Einsatzfall kommunizieren die Leitstelle des Landkreises und die Fachkräfte für Bevölkerungsinformation direkt aus der Einsatzleitung über die Facebookseite, aber auch über KATWARN, die Internetseite des Landkreises und weitere Kanäle. Außerhalb von Einsätzen werden auf der Facebookseite Präventionsthemen des Katastrophenschutzes und des Zivilschutzes transportiert. Dabei geht es darum, Risiken zu erkennen, Risiken zu vermeiden und auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet zu sein.

 

Ein Blick auf die neue Facebook-Seite „Katastrophenschutz Landkreis Gießen”.    Foto: Landkreis

 

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