Pass ungültig – Ist der Urlaub noch zu retten?

 

Reisepass_Tim Reckmann_pixelio.de

Mittelhessen (red) – Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude auf den wohlverdienten Urlaub ist groß. Doch dann der Schreckmoment beim Einchecken am Flughafen: Der Ausweis ist abgelaufen oder der Reisepass durch Jahre des Umherreisens in der Gesäßtasche und zahlreiche unfreiwillige Waschgänge unleserlich. Dass dies in der Regel kein Grund zur Panik ist, wissen die ARAG Experten – und sagen, wo man auf die Schnelle Ersatz bekommt.

 

Reisepass: Zerschlissen und somit ungültig?
Viele Reisedokumente führen ein Schattendasein, solange sie nicht gebraucht werden. Ganz unten in der Rumpelschublade oder in der Reisetasche vom letzten Urlaub. Zerknickt, zerrissen, zerschlissen. Ist so ein Reisepass überhaupt noch gültig?
Ein Reisepass verliert erst seine Gültigkeit, wenn wesentliche Daten und somit die Identität des Ausweisträgers nicht mehr festzustellen sind. Dazu zählen: Name, Vorname, Geburtstag, Geburtsort und Passnummer und auch das Lichtbild. Solange diese Einträge alle noch lesbar sind, kann man das ramponierte Dokument auch provisorisch mit ein paar Streifen Klebeband vor dem finalen Zerfall bewahren. Dies gilt allerdings nur für Deutschland. Ob die Einreisebehörde eines anderen Landes einen reparierten Pass akzeptiert, können die Experten nicht pauschal sagen und raten in Zweifelsfällen zu Ersatzdokumenten.

Bundespolizei stellt Reiseausweis aus
Soll die Reise in ein Land der EU gehen, kann man sich an das Flughafenbüro der Bundespolizei wenden. Dort kann man kurzfristig einen sogenannten Reiseausweis als Passersatz ausstellen. Als Nachweis der Identität wird die Bundespolizei entweder ein abgelaufenes Reisedokument – egal, ob Personalausweis, Reisepass oder vorläufiger Reisepass – oder einen Führerschein mit Foto verlangen. Außerdem wird eine Gebühr von acht Euro für die Ausstellung fällig. Der Reiseausweis gilt dann für die Dauer der jeweiligen Reise, längstens jedoch für einen Monat. Neben den EU-Mitgliedsstaaten erkennen übrigens auch einige andere Länder wie zum Beispiel Norwegen, die Schweiz oder Monaco den Reiseausweis für die Einreise zu touristischen Zwecken an. Stellt man kurz vor der Reise fest, dass der Personalausweis abgelaufen ist, kann man den Reiseausweis auch schon von zu Hause aus online auf der Webseite der Bundespolizei bestellen und dann am Flughafen abholen.

Vorläufiger Reisepass vom Bürgeramt
Führt der geplante Urlaub jedoch in ein Land, das für die Einreise einen Reisepass verlangt, muss man sich einen vorläufigen Reisepass besorgen. Diesen kann zu Öffnungszeiten die nächste kommunale Pass- und Ausweisbehörde – meist das Einwohnermelde- oder Bürgeramt – ausgestellt und sofort aushändigt werden.
Weil der vorläufige Reisepass voraussetzt, dass eine rechtzeitige Beantragung eines „normalen“ Reisepasses im sogenannten Express-Verfahren nicht mehr möglich war, wird die Passbehörde die Vorlage des Flugtickets oder anderer Reiseunterlagen verlangen. Außerdem benötigt man ein aktuelles Foto, das meist direkt bei der Behörde in einem Passbildautomaten machen kann. Die Verwaltungsgebühr für den vorläufigen Reisepass beträgt 26 Euro.

Die Ausnahme: USA-Reisen
Mit einem vorläufigen Reisepass kann man grundsätzlich weltweit reisen. Eine Ausnahme gilt laut der Experten aber für Reisen in die USA. Denn anders als der „normale“ rote Reisepass enthält der vorläufige grüne Pass keinen elektronischen Chip, der Foto und Fingerabdrücke speichert. Genau der wird jedoch von den USA verlangt, wenn man von der Möglichkeit der visafreien Einreise – dem „Visa Waiver Program“ – Gebrauch machen will. Plant man einen USA-Urlaub, muss man daher mindestens einen Express-Reisepass haben, der mit dem Speicherchip ausgerüstet ist. Die Ausstellung eines Express-Passes dauert im Idealfall drei bis vier Werktage und kostet für Personen über 25 Jahre 92 Euro.

 

Keine Panik, wenn der Pass nicht mehr gültig ist.   Foto: Tim Reckmann_pixelio.de

 

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