Rote, verklebte Augenlider? Ab zum Arzt!

 

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Marburg (red) – Sie gilt als häufigste Ursache für einen Besuch beim Augenarzt: die Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis genannt. Erwachsene können davon ebenso betroffen sein wie Kinder und sogar Babys.

Die Bindehaut ist eine schützende Schleimhaut, die das Auge mit einem Tränenfilm benetzt und Krankheitserreger abwehrt. Dringen dennoch Erreger ein, kann es zu einer Entzündung der Bindehaut kommen. Oftmals sind Bakterien oder Viren die Auslöser, die beispielsweise durch einen Besuch im Schwimmbad, durch unsaubere Hände oder verunreinigte Handtücher in die Augen gelangen. „In solchen Fällen ist eine Bindehautentzündung ansteckend“, sagt Heiko Langer vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Marburg. „Dann ist auf sorgfältige Hygiene zu achten, sprich häufiges Händewaschen und Desinfizieren. Auch ist körperlicher Kontakt zu vermeiden, ebenso das Benutzen gemeinsamer Handtücher.“ Nicht ansteckend ist eine Bindehautentzündung, wenn sie durch Zugluft, Rauch, Staub oder eine Allergie wie Heuschnupfen verursacht wird.

Bei einer Entzündung versucht die Schleimhaut, die Erreger durch eine verstärkte Durchblutung loszuwerden. Das ist zwar unangenehm, aber meist harmlos. Typische Anzeichen sind Jucken, Brennen, Rötungen sowie eitrig-schleimiges Sekret, das die Augenlider verklebt. Auch das Gefühl, man habe Sandkörner im Auge, ist typisch. Schmerzen treten dagegen selten auf. In jedem Fall empfiehlt sich der Gang zum Augenarzt. Denn ob harmlos oder schwerwiegender kann allein ein Facharzt beurteilen. Er kann zudem feststellen, ob die Symptome eventuell Anzeichen für eine andere Augenkrankheit sind, beispielsweise für den Grünen Star, der mit einer geröteten Bindehaut einhergeht. Auch eine ernsthafte Schilddrüsenerkrankung oder eine rheumatische Erkrankung kann sich dahinter verbergen.

Eine akute Bindehautentzündung wird meist mit speziellen Augensalben und Tropfen behandelt. Im Fall einer bakteriellen Infektion enthalten sie ein Antibiotikum. „Antibiotische Augenmedikamente sollten bis zum Ende angewendet werden, auch wenn die Beschwerden längst abgeklungen sind“, rät Heiko Langer. „Ansonsten können sich Resistenzen gegen die Bakterien bilden. Und: nach Anbruch nie länger als vier Wochen verwenden.“

Lindernd können Augenbäder wirken. Hierfür einen sauberen Wattepad in abgekochtem, lauwarmem Wasser tränken und damit die Lidränder von außen nach innen säubern.

Noch ein Tipp für Schreibtischtäter: Wer viel am PC arbeitet, stresst seine Augen. Es hilft, zwischendurch immer mal wieder mit den Augen zu blinzeln. Das hält die Bindehaut feucht und hilft bei der Abwehr von Erregern.

 

Achtung, Bindehautentzündung ist ansteckend!   Foto: Jorma Bork_pixelio.de

 

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