Schlaganfall erkennen – sofort handeln!

 

Rettungswagen_Thomas Blenkers_pixelio.de

Mittelhessen (red) – Sharon Stone, Gaby Köster und Roger Cicero: drei prominente Personen, drei Schlaganfallopfer unter vielen. Der Schlaganfall ist keine altersbedingte Krankheit, sie kann jeden treffen, auch junge Menschen und sogar Kinder. „Laut einer aktuellen Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse waren im Jahr 2015 insgesamt rund 7.300 ihrer Versicherten akut von einem Schlaganfall betroffen, 500 mehr als noch im Jahr 2011, davon allein über 900 in der Altersgruppe der 20- bis 54-Jährigen“, erläutert Heiko Langer vom Serviceteam in Marburg. „Selbst 35 Kinder und Jugendliche erlitten einen Schlaganfall.“

Jedes Jahr erleiden laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe knapp 270.000 Menschen bundesweit einen Schlaganfall. Etliche sterben daran. Schlaganfälle zählen ebenso wie Herzinfarkte zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen − der Todesursache Nummer 1 in Deutschland.

In Deutschland führte die Akutversorgung durch Schlaganfall-Spezialstationen – sogenannte Stroke Units – in den vergangenen Jahren zu immer weniger Todesfällen. Knapp 310 zertifizierte Stroke Units gibt es inzwischen an deutschen Kliniken. „Schnelles und richtiges Handeln rettet Minute für Minute Gehirnzellen und damit Leben und Lebensqualität“, appelliert Heiko Langer. Hierbei hilft der FAST-Test. F-A-S-T steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Die meisten Schlaganfälle lassen sich innerhalb weniger Sekunden so feststellen:

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.

Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden; sie sinken oder drehen sich.

Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz wie „Ich benötige keine Hilfe!“ nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time: Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112. Weisen Sie auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin und äußern Sie deutlich: „Verdacht auf einen Schlaganfall“. Denn nur im Krankenhaus kann die Ursache des Schlaganfalls ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden!

„Die beste Medizin ist aber immer noch Vorbeugung“, sagt Heiko Langer, das heißt: „Stellen Sie das Rauchen ein, ernähren Sie sich gesundheitsbewusster und bewegen Sie sich regelmäßig.“ Der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Arztbesuche – zum Beispiel im Rahmen des kostenfreien Check-ups – helfen, das Risiko für einen Schlaganfall zu senken. Weitere Informationen gibt es im KKH-Downloadcenter unter www.kkh.de/download bei „Flyer & Broschüren“, Stichworte „Erkrankungen“ und „Vorsorge“.

Eine Übersicht aller in Deutschland zertifizierten Stroke Units gibt es bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de/adressen-stroke-Units

 

Desto schneller ein Schlaganfall erkannt wird, desto besser kann geholfen werden.   
Foto: Thomas-Blenkers_pixelio.de

 

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