Spatz bleibt häufigster Gartenvogel

 

Spatzen_Huber_pixelio.de

Mittelhessen (red) – Der NABU Hessen zeigt sich erfreut über eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die bundesweit stattfand. In Hessen meldeten über 3.500 Vogelfreunde knapp 79.000 Vögel. In diesem Jahr konnte der Naturschutzverband die größte Beteiligung an der Stunde der Gartenvögel seit dem Premierenjahr 2005 verzeichnen. „Am zweiten Mai-Wochenende beteiligten sich rund 1.000 Vogelfreunde mehr als im letzten Jahr“, bilanziert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Auch die Zahl der Beobachtungen stieg um 15.000 Vögel an. Der Haussperling bleibt mit 5,1 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise und Blaumeise.

„Der NABU freut sich nicht nur über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn der großen Mitmachaktion für Naturfreunde. Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der „Stunde der Gartenvögel“ zu besserer Kenntnis der Vogelwelt führt. Das lässt auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen für eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschließen“, erklärte Eppler.

Insgesamt zeige das Ergebnis, dass von den Zahlen eines Jahres nicht einfach auf langjährige Bestandsveränderungen zu schließen ist. So konnten die Vogelfreunde in diesem Jahr wieder deutlich mehr Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauersegler beobachten. „Das gute Wetter am Beobachtungswochenende trug dazu bei, dass mehr Luftakrobaten unterwegs waren als im Vorjahr“, so der Biologe Eppler. Deshalb erreicht die Mehlschwalbe mit 24 Prozent mehr Meldungen als im Vorjahr der Rang fünf der Vogelhitliste in Hessen, der Mauersegler landet mit einem Plus von 14 Prozent auf Platz neun. Die Rauchschwalbe legte um 27 Prozent zu und belegt Platz 16. „Erst der langfristige Trend mehrerer Jahre zeigt, wie sich die Bestände der Vogelwelt wirklich entwickeln“, erläutert Eppler. Das Hoffnungszeichen von diesem Jahr reicht nicht, um den langjährig abnehmenden Trend bei den Schwalben umzukehren. Der Verlust von Nistplätzen an Gebäuden und ein starker Rückgang der Fluginsekten-Nahrung mache Schwalben und Mauerseglern dauerhaft zu schaffen.

„Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die im Rahmen der ‚Stunde der Gartenvögel‘ ermittelten Bestandsdaten vor allem durch die jährliche Wiederholung wertvoll werden. Nur langjährige Datenreihen können über wetterbedingte Ausschläge einzelner Jahre hinaus zuverlässige Bestandstrends anzeigen“, so Eppler weiter. Während sich bei den Vögeln unserer Dörfer und Städte über die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Bestände typischer Vogelarten der intensiv genutzten Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Die „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.

 

 

Die Spatzen wurden am häufigsten gesichtet.   Foto: Huber_pixelio.de

 

 

Kommentar Funktion geschlossen.