„Weißt du, wo der Himmel ist?” So fragt ein Lied unseres Evangelischen Gesangbuches (EG Hessen 622, 1). Und gibt die Antwort: „Eine Handbreit rechts und links – du bist mitten drinnen!”

Nicht unter dem Himmel, sondern mittendrin sind wir. Zu Gast auf einem schönen Stern, der durch die Weiten des Universums seine Bahn zieht wie unzählige andere Sterne auch. Über uns, neben uns, über den entgegengesetzten Teilen der Erde – nichts als Himmel. Nicht immer mit Atmosphäre, aber immer offen. Unglaublich fern und gleichzeitig unglaublich nah. Über weite Strecken leer und doch voller Himmelskörper mit unvorstellbarer Energie.

„Zähle die Sterne!” sagte Gott zu Abram (1. Mose 15, 5). Noch immer sind wir mit dem Zählen der Sterne nicht fertig. Entdecken immer wieder neue Geheimnisse beim Betrachten des Himmels. Inzwischen wissen wir, dass wir in die Tiefen der Vergangenheit schauen, wenn das Licht der Sterne uns trifft. Manchmal ist es schon seit Jahrmillionen zu uns unterwegs. Gott aber wollte Abram auf Zukünftiges vorbereiten: „So zahlreich wie die Sterne sollen deine Nachkommen sein!”

Einer der zahllosen Nachkommen Abrams ist Jesus Christus. Von ihm heißt es, dass er „aufgefahren ist in den Himmel.” Scheinbar weit weg und doch ganz nah, weil der Himmel überall ist. Jetzt kann Jesus uns überall begegnen – nicht nur in Israel und Palästina. Wie der Himmel grenzenlos offen ist, so will Jesus uns Mut machen, Grenzen zu überwinden und auch in den Augen fremder Menschen etwas Himmlisches zu entdecken.

Eine gute Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten wünscht Ihnen

Ihr Rainer Staege,
Dekan i. R., Marburg