Wie komme ich an mein Geld, wenn es gekracht hat?

 

Ein Unfall ist für einen Autofahrer immer eine Ausnahmesituation. Diese Aufregung der unbedarften Beteiligten nutzen Betrüger gezielt aus, indem sie Kollisionen provozieren. Foto: GDV DL/SP-X

„Wie komme ich an mein Geld, wenn es gekracht hat?“ – So das Thema der Telefonaktion der MAZ vom 23. März 2017. Diesem und anderen verkehrsrechtlichen Themen widmete sich Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht Sacha Klement bei unserer Telefonaktion.

Erstaunlich viele Anrufer benötigten Informationen bezüglich eines Verkehrsunfalls mit Auslandbezug, das heißt mit Beteiligung eines ausländischen Fahrzeugs in Deutschland und der Unfallregulierung diesbezüglich.

So kam es beispielsweise zu einem Verkehrsunfall auf einer Autobahn mit einem in Rumänien zugelassenen LKW oder zu einer Beschädigung eines Gartengrundstücks durch ein von der Fahrbahn abgekommenes und in Spanien zugelassenes Fahrzeug.

Hier wies Rechtsanwalt Klement darauf hin, dass es seit einigen Jahren Regulierungsbevollmächtigte in Deutschland gibt, die für einen ausländischen Versicherer die Unfallabwicklung übernehmen. Der Vorteil ist, dass man mit diesen auf Deutsch kommunizieren kann und dass bei Unfällen in Deutschland grundsätzlich deutsches Recht anwendbar ist.

Aber auch sonstige Schäden, die man bei einem Verkehrsunfall erleiden kann, wurden behandelt. So wurde etwa ein Anrufer bei einem Verkehrsunfall nicht unerheblich verletzt.

Frage: Wie setze ich Schmerzensgeldansprüche nach einem Verkehrsunfall durch?
Antwort: Gegenüber reinen Blechschäden an einem Fahrzeug ist die Berechnung des Schmerzensgeldes in vielen Fällen weitaus komplexer.

Bei der Berechnung werden Schmerzensgeldtabellen herangezogen, in denen verschiedene Urteile zu Schmerzensgeldern enthalten sind. Diese sind recht uneinheitlich.

Die Rechtsprechung legt bei der Bewertung des Schmerzensgeldes verschiedene Kriterien zugrunde. Die Höhe hängt insbesondere davon ab, wie lange und wie stark der Geschädigte durch die Verletzungen in seiner Lebensführung beeinträchtigt ist. Dabei werden zum Beispiel die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes berücksichtigt oder auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Schmerzensgelder unterfallen nicht der Steuerpflicht und sind auch nicht auf das Arbeitslosengeld I oder II anzurechnen.

Schmerzensgeld kann insbesondere auch bei so genannten „Schockschäden“ beansprucht werden, wenn beispielsweise ein naher Angehöriger durch einen Verkehrsunfall ums Leben kommt und aufgrund dessen psychische Störungen auftreten.

 

Wir bedanken uns bei den Teilnehmern für die finanzielle Unterstützung dieser Informationsveranstaltung.

 

Selbst, wenn es bei einem Unfall nur zu „Blechschäden“ kommt, besteht meist viel Klärungsbedarf.
Foto: Archiv/GDV

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